Bald geht es hier weiter, aber die Praxis  und der D-Wurf gehen nun mal vor.

Dieser prachtvolle schwarze Rüde ist Andi vom Kraichgau, der Vater unseres B-Wurfes. Er war sicher ein Ausnahme-Hund, ich finde insbesondere seinen tollen Charakter, seine Arbeitsfreude und sein wunderschönes schwarzes Haarkleid (inklusive weißem Brustfleck) hat er an seine Nachkommen weitergegeben. So stammt auch der A-Wurf vom Schlangenweiher von ihm ab, der ebenfalls in der Zucht und Ausbildung sehr erfolgreich war. Andi vom Kraichgau war 1987 ein sehr bekannter Deckrüde, er wurde später Dt. und VDH-Champ., Bundessieger 1988, legte die BH, AD, VPG 3 und die FH1 ab und bestand die Zuchtzulassung mit der Körung. Als ich ihn aus Deckrüden aussuchte, war er mir bei der Klubsiegerschau aufgefallen. Es war eine Verpaarung mit einem gewissen Risiko, da es sich um eine Zuchtanlehnung an Junker von der Kieler Förde handelte, sowohl Luna als auch Andi hatten beide diesen Rüden als Urgroßvater. Junker von der Kieler Förde war als sehr leistungsbereiter Rüde bekannt, allerdings gab es das Risiko der verkürzten Unterkiefer. Zudem war es eine schwarz-schwarz Verpaarung; dass Luna die genetische Anlage für schwarz-marken und blond hatte, wurde durch den ersten Wurf bewiesen, in dem zwei sehr schöne sm Hündinnen geboren wurden. Andi hatte in einem anderen Wurf auch schon schwarz-marken-Welpen gebracht, so dass das Risiko für einen rein schwarzen Wurf eher gering war.

Die zuständigen Zuchtwarte, insbesondere die langjährige Zuchtwartin der LG Südwest Brigitte Heines, wiesen schon auf das Risiko von verkürzten Unterkiefern hin. Natürlich wollte ich keine Welpen mit zuchtausschließenden Fehlern, ging das Risiko aber ein, weil ich den Rüden sehr mochte und mir von der Verpaarung schon erhoffte, dass die Welpen eine gute Leistungsveranlagung und ein schönes Exterieur haben würden.

Letztlich hat sich beides bewahrheitet, ein Welpe hatte einen verkürzten Unterkiefer (VUK), er hat aber trotzdem ein schönes und langes Leben gehabt und wurde 13 Jahre alt. Der gesamte Wurf hatte jedoch einen sehr freundlichen Charakter, dabei sehr gute Leistungsbereitschaft mit hohem Beutetrieb. Die Rüden Belar, Berengar und Bolligru zeigten durch Leistungen im VPG Bereich, was in ihnen steckte, Berengar und Bolligru schafften die Körung des RZV und hatten mehrere Würfe, die die Zucht im RZV mitprägten. Belar, der aufgrund seines sehr talentierten Hundeführers die besten VPG-Leistungen zeigte und die VPG 3 mit drei Jahren ablegte, starb leider kurz darauf durch einen Autounfall.

 

Da Andi vom Kraichgau sich unter Züchtern einiger Beliebtheit erfreute, war sein damaliger Besitzer sehr wählerisch hinsichtlich Hündinnen und erwartete schon, dass man sich vorher einmal persönlich kennenlernte - was ich völlig in Ordnung fand. Schließlich wollte ich den Rüden selbst einmal in Ruhe erleben. Ich fuhr also schon im Winter 1986/87 in die LG Südwest, um mich und meine Hündin vorzustellen. Wir verabredeten dann den Deckakt, der voraussichtlich im April 1987 stattfinden würde. Nun fand in der Zeit der Frühjahrskurs von Paul Kufner in Deggendorf statt, damals ein Mekka der RZV-Hundesportler. Und wie es kommen musste, der Besitzer von Andi vom Kraichgau war natürlich mit ihm in Deggendorf, um dort mit seinem Hund zu arbeiten. Also fuhr ich mit meiner läufigen Hündin nach Deggendorf. Es war Frühling in Bayern, die Wiesen strotzten von Frühlingsblumen, aber auch alle Bächlein und Gräben waren voller Wasser. Wir verabredeten uns zum Decken in den Wiesen gegenüber dem Kloster Metten, die Hunde verstanden sich wunderbar und es schien ein unkomplizierter Deckakt zu werden. Wurde es auch, allerdings entschlossen sich Andi und Luna, sich in einem Wassergraben zu verpaaren, so dass wir Besitzer ungefähr eine halbe Stunde mit nassen Füssen die Hunde beim Hängen halten durften, immer das Kloster Metten im Blick. Es war schon sehr romantisch. Erkältet und zuversichtlich, dass Luna aufgenommen haben würde, fuhr ich nach Hause zurück und am 15.06.1987 war es dann soweit, der B-Wurf wurde geboren.