04.06.2016

Seit dem 02.06.16 ist Jackie jetzt Mutter von drei Welpen, es kommt uns schon wie eine kleine Ewigkeit vor, so voll waren die letzten zwei Tage. Wir hatten am Donnerstagmorgen gar nicht damit gerechnet, dass die Welpen an diesem Tag schon geboren werden. Jackies Körpertemperatur, die wir schon seit einer Woche mehrmals am Tag gemessen hatten, war ganz normal, sie hatte einen guten Appetit und zeigte auch keine Intention, ein Nest zu bauen. Allerdings hatte sie in den letzten Wochen den Hundekorb unserer Hovawart-Hündin Callas besetzt und wir nahmen an, dass sie dort ihre Welpen aufzuziehen gedachte. Also fuhr ich entspannt zur Arbeit und mein Mann plante einen ruhigen Tag mit den Hunden ein. Gegen 18:00 Uhr kam dann die SMS meines Mannes: "ich glaube, es geht los". Jackie zeigte nachmittags plötzlich Unruhe, erbrach ihr Futter, musste sich ständig lösen und bekam erste Wehen. Ich war schon ganz traurig, dass ich bei der Geburt der Welpen nicht von Anfang an dabei sein würde, aber Jackie wartete doch auf mich. Als ich nach Hause kam, wurde ich von ihr mit großen Hallo begrüßt, dann lief die Kleine aber sofort wieder in ihre Wurfkiste, die sie jetzt akzeptierte. Dabei hattte sie diese während der Wochen, in denen die Kiste zum Gewöhnen unser Wohnzimmer dekorierte, vollkommen ignoriert, sie war eher bei Callas sehr beliebt.

Gegen 21:00 Uhr merkte man, dass die Austreibung eines Welpen kurz bevorstand. Jackie hatte starke Presswehen und wir waren natürlich sehr aufgeregt. Auch wenn eine Hundegeburt ja immer "Geduld haben" bedeutet, bin ich jedesmal sehr angespannt und leide mit. Gestern hatte ich Muskelkater im Bauch vom "Mitpressen". Die Sorge um die Hündin und die Welpen kann ich einfach nicht abschalten, selbst wenn alles normal läuft. Die Geburt des ersten Welpen war aber für Jackie wirklich Schwerstarbeit, um 21:45 war es dann doch geschafft, unser erster Rüde Dreadnought war da. Er war mit fast 250 doch ein kleiner Brocken, der als erster durch den Geburtskanal musste. Selbst heute erinnert er mich noch an ein kleines Bärchen mit seinen stämmigen Beinchen. Jackie wirkte erst einmal sehr erstaunt, was denn da vor ihr lag, aber nachdem der Kleine sich bewegte und erste Töne von sich gab, verstand sie schnell, was sie tun muss. Nach Dreadnought musste sie eine Pause einlegen, so hatte sie Zeit, ihn in Ruhe kennenzulernen.

Um 22:35 wurde dann die Hündin Damsel Heart und um 23:20 Dauntless geboren, beide ohne große Mühen, sie wogen 200 und 208 Gramm. Jackie wusste jetzt genau, was zu tun ist und zeigte damit, wie instinktsicher sie ist.

Mein Mann und ich hatten in erster Linie die Rolle der Zuschauer, ich denke aber, dass unsere Nähe und gelegentlichen Streicheleinheiten und Aufmunterungen ihr gut getan haben. Unsere Aufgaben begannen erst nach der Geburt, das Wurflager wurde neu bezogen, Jackie von meinem Mann in den Garten getragen (freiwillig wäre sie nie gegangen), währenddessen habe ich die Kleinen kurz untersucht und gewogen.

Danach konnten wir dabei sein, wie alle drei Welpen zur Mutter robbten und die Zitzen suchten, bald schmatzen alle zufrieden. Inzwischen haben sie schon deutlich zugenommen und sich weiter entwickelt. Alle drei sind grizzle, haben also die Farbe der Mutter.

Es wurde dann noch eine lange Nacht, weil wir uns gar nicht losreißen konnten.

Schon immer hat es mich sehr berührt, Hündinnen mit ihren Welpen zu beobachten. Während meiner Tätigkeit als Zuchtwart für den RZV für Hovawart-Hunde empfand ich es als große Auszeichnung, wenn die Hündin mir bei der Wurfbesichtigung erlaubte, ihre noch so kleinen Welpen in die Hand zu nehmen und zu untersuchen. Auch jetzt ist das Vertrauen, dass unsere Hündin zu uns hat, wieder ein großes Geschenk, über das wir sehr glücklich sind.

06.06.2016

Gestern war für uns alle ein "Ruhetag", die Welpen haben gut zugenommen und in allen möglichen Positionen geschlafen. Jackie war müde und geschafft, sie hat sich in den letzten Tagen ständig nur um die Kleinen gekümmert. Als nachmittags ein Gewitter aufzog, hat sie uns regelrecht hoch geholt zu sich an die Wurfkiste, sie wollte uns gerne bei sich haben. Dabei interessiert sie sich sonst überhaupt nicht dafür, selbst wenn es mal richtig donnert und blitzt. Aber die Sorge um ihre Kinder war doch wohl groß.

Heute morgen ist Jackie das erste Mal freiwillig etwas länger von der Wurfkiste weg gegangen, sie muss aber sofort zurück, wenn sie die Kleinen hört. Sie nimmt sich auch mehr Zeit, wenn sie in den Garten geht und inspiziert das Haus.

Die Welpen haben seit gestern schon wieder richtig zugelegt und wiegen jetzt zwischen 290 und 308 Gramm. Dauntless hat seinen Bruder im Gewicht also überholt. Auch wenn es natürlich nur ein Eindruck ist, habe ich das Gefühl, dass Dreadnought der etwas ruhigere, gemütliche Typ ist, während Dauntless sich sofort beschwert, wenn ihm etwas nicht passt. Damsel Heart ist ähnlich wie Dreadnought, sie kann schon herrliche Posen einnehmen.

Nicht nur gewichtsmäßig entwickeln die Welpen sich, sie sind auch motorisch geschickter, können sich schon sehr zielstrebig bewegen und stemmen sich auf die kleinen Beinchen hoch. Schön ist auch zu sehen, dass sie wie alle kleinen Lebewesen sehr viel träumen, ihre Beinchen laufen manchmal, der Körper zuckt und sie geben leise Töne von sich. Ihr Gehirn ist noch sehr unreif und muss sich jetzt auf die neuen Lebensbedingungen hin entwickeln und einstellen. Anfangs war Jackie sofort besorgt, wenn ein kleiner Welpe im Schlaf "miepste", aber inzwischen kann sie gut unterscheiden, ob ihre Hilfe benötigt wird oder die Welpen Hunger haben.

Ein wichtiges Ereignis war heute der Besuch unserer Zuchtwartin, die bei uns schon die Wurfstättenbesichtigung gemacht hat und jetzt den Wurf betreut. Die Rassezuchtvereine des VDH kümmern sich wirklich sehr intensiv um ihre Züchter, beraten diese und stehen mit Rat und Tat zur Seite.

Es war ein sehr schöner Besuch, Jackie hatte nichts dagegen, dass die Zuchtwartin die Welpen untersucht, natürlich hat sie gut aufgepasst, aber wer einen so nett streichelt, kann nicht böse sein.

Alle Welpen sind zur Zeit in Ordnung und gut entwickelt, wobei die spannende Momente ja noch vor uns liegen. In der nächste Woche werden sich die Ohren und Augen langsam öffnen, die Zähnchen brechen in der dritten Woche durch und irgendwann sollten auch die Hoden bei den Rüden abgestiegen sein. Also noch viele aufregende Momente. Aber im Augenblick ist alles gut und unsere Welpen glänzen und haben kleine "Speckfalten". Wir lieben sie einfach.

08.06.2016

 Die Welpen entwickeln sich weiterhin prächtig, in wenigen Tagen werden sicher die Ohren sich öffnen, man hat doch den Eindruck, als ob die kleinen Öhrchen etwas mehr umklappen und damit anliegen. Normalerweise öffnen sich Augen und Ohren gegen Ende der 2. Woche, der sogenannten "vegetativen Phase".  Hoffentlich kriegen sie nicht den Schrecken ihres Lebens, wenn sie die "Borderbelle" ihrer Mutter hören, Jackie hat schon ein eindrucksvolles Organ.

Die Stimmen der Kleinen sind ebenfalls viel lauter geworden und sie "motzen" sofort, wenn ihnen etwas nicht passt, also auch "Borderbelle". Aber Border-Terrier sollen ja laut sein, weil man sie bei der jagdlichen Arbeit hören muss, es ist also so gewollt.  

Zudem werden die Welpen von Tag zu Tag schneller und kräftiger, so dass man sehr aufpassen muss, wenn man sie zum Beispiel wiegt. Ihr Gewicht haben sie so gut wie verdoppelt - Dauntless hat sogar schon mehr als das Doppelte - was allerdings bei dem Nahrungsangebot nicht erstaunlich ist.

 

Jackie hatte gestern tagsüber ein kleines Tief, sie wollte nur auserlesene Dinge zu sich nehmen und suchte sich am Gartenteich gezielt Mädesüß und Blutweiderich, um sie zu fressen. Da diese Pflanzen sowohl schmerzstillende als auch entzündungshemmende Wirkungen haben, denke ich, dass sie dies aus gutem Grund getan hat, auch wenn sie kein Fieber hatte und alles andere unauffällig war. (Ich bin kein Heilkräuterspezialist, sondern habe das nachgelesen, allein schon aus Sorge, dass sie etwas Giftiges fressen könnte.) Auf jeden Fall kann man sich vorstellen, dass diese Pflanzen ihr gut taten und sie sich instinktiv die Richtigen suchte. Da sie die letzten Tage fast pausenlos bei ihren Welpen war, kann man sich gut vorstellen, dass sie sich zudem erschöpft fühlte. Es war ihr sehr wichtig, dass man sich in ihrer Nähe aufhielt und ich bin froh, dass ich den ganzen Tag für sie da sein kann. Sicher braucht sie mich nicht bei der Aufzucht ihrer Welpen, aber der moralische Beistand hilft vielleicht doch, gibt mir auf jeden Fall ein besseres Gefühl.

Dass Border-Terrier sehr gezielt Pflanzen aussuchen, die sie fressen wollen, habe ich schon bei den Hunden unseres Züchters beobachtet, auch Jackie sucht sich sehr genau aus, welche Gräser und Kräuter sie zu sich nimmt. Während der Schwangerschaft hat sie zum Beispiel Klettenranken gerne genommen und Brennnesseln, Gräser und anderes wurde gekaut. Obst und Gemüse findet sie ebenfalls lecker, mit einer geschälten Karotte kann man sie glücklich machen.

Jedenfalls ist sie heute wieder besserer Laune, heute morgen hat sie sich schon ihren Lieblingsfeind, die Wäschespinne vorgenommen und den Schrubber energisch in seine Grenzen gewiesen. Auch wollte sie einen kleinen Spaziergang machen, allerdings mussten wir schnell wieder zurück. Zumindest konnte sie aber überall ihre Marken hinterlassen. Wir sind zwar sehr vorsichtig, weil wir natürlich Sorge haben, dass Jackie Keime von draußen hereinträgt, finden es aber wichtig, dass sie wieder einmal ihre normalen Gänge machen kann, wenn sie es möchte. Da müssen dann halt die Pfoten sorgfältig gereinigt und desinfiziert werden, Kontakt zu anderen Hunden ist sowieso tabu. Seit dem Spaziergang ist sie fast pausenlos in der Wurfkiste gewesen und hat ihre Welpen gesäugt, manchmal schliefen auch alle Vier aneinander gekuschelt. Jackie wirkt dabei sehr zufrieden und entspannt, sie mag ihre Kinder wirklich gern und ist beim leisesten Geräusch sofort aufmerksam.

Heute Abend gibt es noch eine Spielrunde im Garten und dann werden wir alle ins Bett fallen und uns auf den nächsten Tag freuen.

 


Unsere Gipfelstürmerin
Unsere Gipfelstürmerin

11.06.2016  Die zweite Woche hat gestern für unsere Hunde begonnen. Sie haben sich in der ersten Woche toll entwickelt und sehen jeden Tag mehr aus wie kleine Hunde. Wenn man über das Fell streicht, spürt man sogar schon das typische harte Borderhaar ein wenig. Die Öhrchen sind deutlich gewachsen und öffnen sich langsam und die Augen sind konturierter geworden. Während ich schreibe, höre ich die Welpen schmatzen und miepsen, Dauntless gibt oft Geräusche von sich, die man nur als "keckern" beschreiben kann. Ich habe solche Töne bei Hovawart-Welpen noch nie gehört, aber erwachsene Border-Terrier haben ja auch eine sehr spezielle - und laute - Belle. Jackie passt sehr gut auf die Welpen auf, wenn uns im Augenblick jemand besucht, wird er sehr kritisch beäugt, auch wenn er gar nicht zu ihren Kindern möchte. Dies gilt selbst für ihr bekannte Freunde. Sie ist zwar weiterhin freundlich und lässt sich gerne streicheln, aber ich weiß nicht, wie es wäre, wenn jemand ohne unsere Begleitung zu den Welpen ginge. Ich habe fast den Eindruck, dass sie ihre Kinder von Tag zu Tag lieber hat, sie schaut beim kleinsten Geräusch nach ihnen, liegt gerne bei ihnen in der Wurfkiste und schläft dort mit ihnen, es ist so ein schönes Bild, wie alle aneinander gekuschelt schlafen. Auch beim Säugen der Welpen ist sie oft völlig entspannt und "weggetreten". Jackie ist eine sehr sorgfältige Mutter, sie ernährt im Augenblick die Welpen nicht nur alleine, sondern muss sie auch putzen und dafür sorgen, dass die Welpen Blase und Darm regelmäßig entleeren. Wie alle Hündinnen hält sie das Wurflager sauber und nimmt die Ausscheidungen der Welpen auf. Sie muss also nicht nur viel Milch produzieren, sondern auch noch Kot und Urin ihrer Babys verstoffwechseln sowie viel Nahrung verdauen, man kann sich also vorstellen, was dieser selbst nicht so große Hund zurzeit leistet. Da ist man als Mensch doch gut dran, dass man Pampers für den Nachwuchs hat.

Nach Meinung einiger Kynologen, die sich mit der Domestikation des Wolfes beschäftigen, war die Eigenschaft von Wölfen - und den daraus gezüchteten Hunden - menschlichen Kot aufzunehmen, ein Grund dafür, dass man diese als Haustiere hielt. Sie sorgten dafür, dass der Lagerplatz der Menschen sauber blieb. Bei einigen Nomadenvölkern Afrikas werden solche Aufgaben von Basenji-ähnlichen Hunden bis heute beschrieben, sie putzen insbesondere die kleinen Kinder und entsorgen Exkremente, was sicherlich der Gesundheit aller dient. Wer mit seinem Hund einmal an einer Autobahnraststätte "Gassi gegangen ist", kann ein Lied von dieser Eigenschaft von Hunden singen. Anscheinend gehen einige Mitmenschen - aus welchen Gründen auch immer - bis heute lieber "hinter einen Busch" als zu den kostenpflichtigen Örtchen. Und der Hund findet, dass es besser ist, solche Hinterlassenschaften nicht umkommen zu lassen, sehr zum Leidwesen des angewiderten Besitzers. Wir stellen uns in den Augen unserer Hunde vermutlich ziemlich albern an.

Auf jeden Fall ist es für Hündinnen mit Welpen lebenswichtig, das Wurflager sauber zu halten. Ohne nette Menschen, die die Wurfkiste regelmäßig mit neuen Decken versehen, würden die Kleinen ja in einer Wurfhöhle zur Welt kommen, in der sie die ersten Lebenswochen verbringen. Diese muss selbstverständlich sauber bleiben, da sonst Ungeziefer, Nässe, Schmutz und dadurch bedingte Krankheiten die Welpen umbringen würden. Erst wenn die Welpen etwas anderes als Muttermilch zu sich nehmen, also anfangen selbstständig zu fressen, hört die Mutter auf, sie zu putzen. In der Regel fängt man als Züchter spätestens nach drei Wochen an, die Welpen auf Welpenkost umzustellen. Zum einen entlastet dies auch die Mutterhündin, zum anderen werden sie ja in der Regel im Alter von 9 Wochen abgegeben und müssen bis dahin in der Lage sein, ohne Muttermilch auszukommen. Vorher sollte nur in Notfällen zugefüttert werden, da auch spezielle Welpenmilch nur eine suboptimale Zusammensetzung hat, die der kleine Darm noch nicht so gut verdauen kann wie die Muttermilch. Außerdem nehmen die Welpen über die Muttermilch die Abwehrstoffe der Mutter und ihre spezifischen Mikroben auf, was für die gesunde Entwicklung des Immunsystems wichtig ist - ist also genau wie bei unseren menschlichen Babys.

14.06.2016

Wie man auf den Fotos der letzten Tage sehen kann, werden die Welpen jeden Tag größer und entwickelter. Langsam geht die "vegative Phase" der Kleinen zu Ende, in der Übergangsphase müssen sie jetzt neue Sinne integrieren. Gestern konnte man das erste Mal bei Damsel Heart sehen, dass sie die Augen etwas öffnen kann, heute macht sie diese schon richtig auf. Bei den beiden Jungs sind die Augen jetzt auch leicht geöffnet, die Mädchen sind halt schneller. In der nächsten Zeit werden die Welpen also entdecken, dass es außer Riechen auch noch die Welt des Sehens und des Hörens gibt und sie die Reize zunehmend besser einordnen können.

Gestern mussten die Kleinen das erste Mal erleben, dass die Krallen geschnitten werden müssen, sie haben es aber gelassen genommen. Die Welpen haben inzwischen schon sehr spitze kleine Dolche gehabt, die Jackie beim Säugen weh taten und kleine Kratzer hinterließen. Zum einen kann dies dazu führen, dass die Hündin sich den Welpen entzieht, weil es weh tut, aber die kleinen Verletzungen können sich auch entzünden. Wir möchten natürlich, dass Jackie die Welpen weiterhin so gut säugt wie bisher, noch ist Muttermilch die optimale Nahrung für sie. Also bleibt nichts anderes übrig, als den Nagelknipser rauszuholen und vorsichtig die Nägel zu schneiden.

In den nächsten Tagen werden wir die Welpen das erste Mal entwurmen, auch wenn unsere Hündin selbstverständlich regelmäßig und auch vor der Trächtigkeit noch einmal eine Wurmkur bekommen hat, muss dies sicherheitshalber sein. Ich bin gespannt, wie die Kleinen es aufnehmen, wenn sie die Wurmkur bekommen. So verändert sich langsam das Leben der Welpen, das bisher nur aus Schlafen, Kuscheln und Trinken bestand, hin zu mehr Umwelterfahrungen aller Art. Jedenfalls haben wir die Kuscheltiere und Spielsachen schon herausgeholt, Jackie spielt schon fleißig damit. Wir freuen uns darauf, wenn die Welpen uns mehr wahrnehmen können, aber noch heißt es Geduld zu haben und die Mutter-Kind-Beziehung nicht durch zu viel Einmischung zu stören.

Wenn man die Kleinen beobachtet, sieht man bei aller Gleichmäßigkeit doch, dass sie sich unterschiedlich entwickeln und verhalten. Die beiden Rüden haben schon richtig breite Köpfe und sind stämmiger als die Hündin, sie ist mit einem etwas feminineren Köpfchen als Hündin gut zu erkennen. Die beiden Rüden sind ruhiger, Dreadnought ist - finde ich - der gemütliche Typ, der gerne in lustigen Posen schläft und mit dem Damsel Heart besonders oft zusammen liegt. Dauntless erlebe ich als kleinen "Panzer", der sehr konsequent zum Beispiel seine Geschwister wegdrängeln möchte, wenn Jackie die Welpen säugen möchte. Damsel ist sehr agil, temperamentvoll und kann wunderbar meckern, wenn etwas ihr nicht passt. Wir sind gespannt, wie die drei sich weiter entwickeln und ob dies nur Momentaufnahmen sind. Man kann ihnen jedenfalls stundenlang zusehen, weil sie jetzt miteinander schon länger interagieren.


19.06.2016

Donnerstag fuhr ich zu einer Tagung nach Marburg und kehrte Samstag zurück, was habe ich die Kleinen vermisst! In den zweieinhalb Tagen meiner Abwesenheit sind sie wieder enorm gewachsen, es ist wirklich erstaunlich, in welchem Tempo die Welpen zunehmen. Sie heben ihre Köpfe jetzt schon sehr sicher und stemmen sich auf ihre Beinchen hoch, sind untereinander viel bezogener. Weiterhin scheinen Damsel Heart und Dreadnought sich besonders zu mögen, liegen gerne aneinander gekuschelt, während Dauntless auch gerne mal alleine liegt. Wenn ihm allerdings kühl wird, hat er einen unerschütterlichen Willen, sich in die Mitte zu drängeln. Wenn sie schlafen, sehen sie aus wie Minirobben.

Heute war dann wieder einmal Krallen schneiden dran, wie mein Mann dabei ausführte, ist dieser kurzfristige Stress des "Handlings" gut für die Entwicklung der Welpen, weil es ein Stress ist, der ihr Stresssystem zwar fordert, aber nicht überfordert. Er hat zwar recht damit, dass die Welpen eben Stressbewältigung lernen, in dem sie kleine Unannehmlichkeit oder Aufgaben bewältigen müssen, lieber wäre mir aber gewesen, er hätte die Krallen geschnitten und ich die Welpen gehalten. Für mich ist es auch Stress, die kleinen Krallen abzuknipsen, es muss aber leider sein.

Jackie beäugt uns bei solchen Aktivitäten sehr kritisch, wie sie ohnehin mit Argusaugen über die Welpen wacht. Es könnte ihr ja einer geklaut werden. Heute war sie allerdings selbst mit Krallenschneiden dran, weil sie sich diese im Augenblick nicht so abläuft wie normal. Aber selbst bei normaler Bewegung muss es immer wieder einmal sein, damit diese nicht zu lang werden. Solche Pflegemaßnahmen sollte man mit dem Hund von klein auf an üben, damit er dabei stillhält. Für erwachsene Hunde gibt es spezielle Scheren oder Zangen, mit denen es ganz leicht geht.

 

Aber zurück zu den Welpen. Bald werden sie drei Wochen alt sein und langsam ihren Radius erweitern. Die Wurfkiste wird ihnen zu eng werden und wir planen, die Kleinen Ende der nächsten Woche aus ihrem bisherigen geschützten Zimmer nach unten zu uns ins Wohnzimmer zu holen und ihnen dort einen Auslauf zu installieren. Sobald sie diesen Raum erobert haben, wartet der Garten auf sie. Denn sie brauchen in den kommenden Wochen eine angereicherte Umwelt, in der sie Geräusche, neue Dinge und ganz viele verschiedene Menschen kennenlernen können. Sie müssen viele möglichst gute Erfahrungen sammeln und damit lernen, dass sie neue Situationen bewältigen können, damit sie später in ihrer neuen Umgebung  mutig auf Neues zugehen können. Ganz wichtig finden wir, dass sie gute Erfahrungen mit Menschen machen, damit sie Vertrauen in diese haben. In den nächsten Wochen werden insbesondere die Menschen, bei denen unsere Welpen ihr neues Zuhause finden werden, diese besuchen und kennenlernen wollen. Aber auch Freunde und Familie sind natürlich gespannt auf Jackies Nachwuchs.

Gleichzeitig müssen wir aber dafür sorgen, dass sie genügend Ruhephasen haben, dass sie nicht überfordert sind und vor allem müssen wir aufpassen, dass sie keine negativen Erfahrungen machen.

Ab Ende dieser Woche beginnt auch die Zeit der Entwöhnung von Mamas Milchbar, in dem die Welpen eine Mahlzeit zugefüttert bekommen. Dass sie doch schon ganz gut schlecken können, hat man bei der Gabe der Wurmkur gesehen, ich glaube, es wird nicht allzu schwer werden. Anfangs werden sie noch Welpenmilch bekommen, dann aber zunehmend festere Nahrung. Bis zur Abgabe der Welpen sollten sie noch Gelegenheit haben, verschiedene Futtersorten kennenzulernen, damit ihre neuen Besitzer es etwas leichter haben bei der Wahl des Welpenfutters. Also - es gibt viel zu tun, jetzt beginnen bald die aufregenden Zeiten für uns alle.

Momente der Geborgenheit

22.06.2016 Heute abend sind die Welpen 3 Wochen alt geworden. Die Übergangsphase geht jetzt zu Ende und für die Welpen wird nun eine sehr wichtige Zeit anbrechen, in der sie viele neue Umwelterfahrungen machen sollen, die sie aber auch bewältigen und verarbeiten können. Diese sogenannte Prägungsphase ist ganz entscheidend für die weiteren sozialen Fähigkeiten der Welpen, ihre Fähigkeit zur Stressbewältigung, ihr Vertrauen in Menschen und ihr Selbstvertrauen hängt sehr stark von positiven und abwechslungsreichen Erfahrungen sowie zu bewältigenden Aufgaben in dieser Phase ab.

Deswegen kuscheln wir schon jetzt regelmäßig mit den Welpen in einem entspannten und vertrauten Umfeld. Heute abend haben wir die Welpen nach unten ins Wohnzimmer geholt, sie brauchen jetzt mehr Kontakt und die Möglichkeit, sich Schritt für Schritt aus der Welpenkiste heraus die Welt zu erobern. Es ist noch eine kleine Welt, aber in 6 Wochen werden unsere Kleinen uns verlassen und in einer neuen Umwelt zurechtkommen müssen. Wir möchten ihnen dafür die besten Startbedingungen mitgeben, so dass dieser Wechsel gut gelingt und unsere Kleinen in ihren neuen Familien glücklich werden.

Körperlich entwickeln die Kleinen sich aber auch weiter, sie bekommen Zähne, man spürt bei allen schon die Spitzen der Canini (Fangzähne), bald wird das Milchgebiss durchgebrochen sein. Auch werden sie jetzt bald lernen müssen, etwas anderes als Muttermilch zu sich zu nehmen. Bisher nehmen sie aber noch sehr gut zu, so dass wir noch ein paar Tage mit dem Zufüttern warten werden. Mit jedem Tag werden sich ihr Immunsystem und ihre Verdauungsorgane stabilisieren und anpassen, so dass sie dann neue Nahrung besser verdauen können. Ihr Darm ist jetzt nicht mehr so durchlässig, so dass Eiweißmoleküle nicht in den Körper austreten und das Immunsystem irritieren, dies kann später zu Autoimmunerkrankungen und Allergien führen. Die Hundemütter würden nun bald anfangen, den Welpen vorverdauten Futter vorzuwürgen, was die Welpen dann mit großem Vergnügen verputzen würden. Meine Hovawart-Hündin tat dies regelmäßig, sie war ohnehin eine sehr instinktsichere Mutter, die ihre Welpen auch sehr gut erzog und förderte. Wir hoffen sehr, dass Jackie ähnlich ihre Kinder nicht nur ernährt, sondern sie erzieht und mitprägt. Bisher hat sie alles so gut gemacht, dass wir eigentlich davon ausgehen.

Gerade kann ich Jackie zuschauen, wie sie entspannt mit ihren Kindern in der Wurfkiste liegt und die Kleinen um sie herumwuseln. Ich freue mich auf die nächsten spannenden Tage mit ihnen.


27.06.2016 Das Wochenende war für Jackie und die Kinder sicherlich anstrengend, wir hatten Besuch und Jackie muss dann sehr streng aufpassen, dass keiner einen Welpen mitnimmt. Seit gestern abend verbringt sie fast die ganze Zeit bei ihren Welpen, alle schlafen gerade wieder aneinander gekuschelt und genießen die Ruhe. Das Verhältnis zwischen Jackie und ihren Welpen ändert sich jetzt, sie spielt und kuschelt viel mit ihnen, seitdem sie nicht mehr ständig gesäugt werden wollen. Meistens säugt sie sie jetzt im Sitzen, wenn Jackie steht, versuchen die Welpen manchmal schon, im Sitzen zu trinken. Es sieht sehr lustig aus, weil sie so sicher eben noch nicht auf ihren Beinchen sind und der Abstand zur Zitze für ihre Körpergröße doch erheblich ist.

Wir beobachten, dass die Welpen seit gestern sehr viel gezielter auf optische und akustische Reize reagieren, wenn zum Beispiel das Törchen des Auslaufs geschlossen wird, horchen sie genau hin und versuchen, das Geräusch zu lokalisieren. Dauntless reagierte gestern erst einmal mit Rückzug, als er das gestreifte Gesicht des Plüschdachs sah, den wir als Spielzeug in die Wurfkiste gesetzt hatten. Heute stört es ihn gar nicht mehr, er beißt in ihn und versucht auf ihm herumzuklettern. Ohnehin interessieren sie sich sehr für alles, was in ihrem Auslauf ist und versuchen, es zu untersuchen.

Die motorische Entwicklung schreitet voran, sie werden immer sicherer auf ihren Beinen, können sich hinter Ohr kratzen und sich schütteln. Sie spielen miteinander, ziehen sich an den Ohren oder an den Beinen und versuchen, sich gegenseitig umzuwerfen (was im Augenblick noch keine große Kunst ist).

Alle Welpen haben jetzt schon die ersten Zähne, manchmal scheinen sie durchaus Zahnschmerzen zu haben, der 4. Prämolar ist schon beeindruckend groß in ihren Mäulchen zu spüren. Bis jetzt sind die Zahnschlüsse alle in Ordnung und wir hoffen, dass sie alle ein schönes Scherengebiß bekommen.

Callas - unsere Hovawart-Hündin - hat auch schon die Kleinen besichtigt, Jackie war einverstanden, dass sie von außerhalb des Auslaufs gucken darf, passte aber genau auf, dass sie ja nicht zu nahe kam. Callas ist schon sehr interessiert und wedelte freundlich, ich denke, wenn Jackie später damit einverstanden ist, wird sie sicher eine nette Tante für die Welpen sein. Es wäre auf jeden Fall schön, weil sie damit schon Kontakt zu einem sehr großen Hund bekämen.

In dieser Woche werden wir die Kleinen weiter zufüttern, sie essen schon ganz manierlich aus einer kleinen Schale und vertragen das erste Futter gut. Jackie ist zwar der Meinung, dass es besser wäre, ihr das Welpenfutter zu geben, aber sie darf ja die Reste auflecken.

Für die psychische Entwicklung der Welpen ist es jetzt einerseits wichtig, Neues kennenzulernen, aber sie dürfen auch nicht überfordert werden und brauchen noch viel Ruhe, um das Kennengelernte zu verarbeiten. Schön ist zu erleben, wie sie immer mehr Kontakt zu uns aufnehmen, ich denke, durch das Zufüttern betrachten sie mich auch als Nahrungsquelle, jedenfalls werde ich mit Milchtritten (dem späteren Pfötchengeben) bedacht. Sie kuscheln sich gerne an uns an und schlafen dann ein, scheinen sich ganz sicher zu fühlen. Und das ist für uns das Wichtigste, nämlich, dass die Kleinen sich geborgen fühlen und in Ruhe physisch und psychisch wachsen können.

03.07.2016

Leider muss ich wieder jeden Tag arbeiten, so dass ich die Kleinen nur morgens und abends erlebe, das Wochenende ist jetzt ein richtiges Highlight, weil ich den ganzen Tag sehe, was sie tun und mich mit ihnen beschäftigen kann. Mein Mann hat es gut, er hat die nächsten 4 Wochen Urlaub.

Jetzt beginnt die Zeit, in der die Welpen unglaublich spannend werden, sie schlafen weniger und fordern regelrecht Anregungen und Beschäftigung. Sobald sie ein neues Terrain erobert haben, möchten sie es nicht wieder hergeben. So haben wir sie Freitag das erste Mal aus ihrem Auslauf ins Wohnzimmer gelassen, gestern war es sozusagen in Besitz genommen und heute stehen sie schon am Zäunchen, um wieder rauszukommen. Auch in ihrem Auslauf sind sie sehr unternehmungslustig, wir haben diesen inzwischen erweitert, so dass die Wurfkiste so gestellt werden kann, dass die Welpen um sie herumlaufen können. Sie müssen dabei dann durch eine engere Gasse und lernen schon einmal, sich vorwärts und rückwärts zu bewegen. Auch müssen sie den Mut haben, dorthin zu gehen, wo sie nicht genau sehen können, was auf sie zu kommt. Sie machen das ganz prima.

Sie klettern schon gerne, tragen Spielzeug und kämpfen darum, gerne nagen sie auch an etwas. Besonders angetan sind sie vom Wassernapf, aus dem sie trinken und gerne drin herumpatschen.

Sehr schön ist zu erleben, wieviel Bezug sie zu uns haben. Sie reagieren sofort auf unsere Stimme und lieben es, mit uns zu kuscheln und sich kraulen zu lassen. Auch neuen Menschen gegenüber sind sie sehr aufgeschlossen und zutraulich.  

Unsere Drei haben inzwischen alle nette Menschen gefunden, zu denen sie im August umziehen werden.

So schön es ist zu sehen, wie alle sich auf ihr neues Familienmitglied freuen, macht es doch traurig, denn jeder von den Kleinen ist mir so ans Herz gewachsen, dass es doch schwer fällt, an Trennung zu denken. In den Gesprächen mit den späteren "Herrchen und Frauchen" und Welpeninteressenten ist mir aufgefallen, dass fast immer die Sorge geäußert wurde, dass der Border-Terrier zu viel Jagdinstinkt haben könnte. Jetzt ist der Border-Terrier wie sehr viele andere Hunderassen erst einmal als Jagdhund gezüchtet worden. Er wird bis heute insbesondere für die Fuchsjagd eingesetzt, soll unter der Erde diesen aus seinem Bau jagen. Unsere Hündin hat zwar keine Jagderfahrung, zeigt aber jeden Wildwechsel an. Das einzige Wild, für das ich nicht die Hand ins Feuer legen würde, sind Kaninchen, dank guter Erziehung weiß sie aber, dass sie diese nicht jagen darf. Da Füchse in unserem Umfeld zwar leben, unser Hund aber noch nie einen Kontakt zu diesen hatte, weiß ich nicht, wie sie reagieren würde.

Nun ist es aber keineswegs negativ, wenn ein Hund noch über ein normales Verhalten, zu dem auch Beutetrieb und Jagdinstinkt gehören, verfügt. Es zeigt, dass er noch ein gesundes Verhaltensrepertoire hat, Gebrauchshunde müssen einfach eine gewisse Intelligenz und Lernfähigkeit haben, weil sie sonst nicht ausbildbar wären. Auch sind Gebrauchshunde besonders menschenbezogen, einen Hund, der keine Beziehung zu seinem Besitzer hat, kann man nur schwer ausbilden. Dies sind aber doch die Eigenschaften, die sich jeder Mensch von seinem Hund wünscht und es leichter machen, ihn zu einem guten Hausgenossen zu erziehen. Terriern sagt man eine gewisse "Sturheit" nach, ich glaube, es hat vor allem damit zu tun, dass sie so gezüchtet wurden, dass sie auch eigenständig arbeiten konnten. Ein Border-Terrier, der im Bau es mit einem Fuchs zu tun bekommt, der sicher nicht viel kleiner und wehrhafter ist als er, kann nicht erst einmal seinen Besitzer um Rat fragen, sondern muss selber handeln.

Wer einen Hund möchte, der einen nur anhimmelt und gefallen will, ist mit einem solchen Hund sicher unglücklich, aber wer einen intelligenten, aktiven und mutigen Hund wünscht, für den ist ein Border-Terrier eine gute Wahl.

Ein weiterer Aspekt, der für die Bedeutung der Arbeitsfähigkeit von Hunden spricht, ist folgender: Ein Hund, von dem verlangt wird, dass er ausdauernd laufen und springen kann, muss über einen gesunden Körper verfügen. Sowohl das Herz-Kreislaufsystem als auch das Skelett müssen funktionstüchtig sein, ansonsten kann er die erwarteten Leistungen nicht erbringen. Wenn heute Hunde statt auf der Jagd diese Eigenschaften häufig im Hundesport aller Art beweisen, ist dies als positiv zu bewerten und für die Erhaltung der Gesundheit einer Rasse wichtig. Der Kynologe H. WACHTEL hat schon vor Jahren die Gebrauchsfähigkeit von Hunden als einen wichtigen Baustein für die Zucht gesunder Hund vertreten.

Ihre körperliche Konstitution, ihre Lenkbarkeit und Ausbildungsfähigkeit sollten Hunde also durchaus unter Beweis stellen müssen. Viele Zuchtverbände verlangen inzwischen zudem von ihren Züchtern Nachweise über die Gesundheit der Zuchttiere, so zum Beispiel Untersuchungen der Gelenke, Herz- oder Augenuntersuchungen und vieles mehr. So soll verhindert werden, dass erkrankte Hunde in die Zucht kommen. Der Border-Terrier gilt allgemein als eine Rasse, die noch sehr gesund ist. Dies bedeutet nicht, dass Border-Terrier nie genetisch bedingte Erkrankungen haben, spezifische Erkrankungen kommen aber selten vor. Oft wird ja angenommen, dass genetisch bedingte Erkrankungen ein besonderes Problem der Rassehunde sind, es muss aber gesagt werden, dass Mischlinge genauso und nicht seltener an diesen Erkrankungen leiden können. Die im VDH organisierten Vereine sind seit Jahren angehalten, genetisch bedingte Erkrankungen zu erforschen und durch geeignete Maßnahmen zu bekämpfen. Der KfT verlangt für verschiedene Terrier-Rassen gezielte Untersuchungen, außerdem muss jedes Zuchttier vor dem ersten Zuchteinsatz eine Blutprobe zur Genotypisierung abgeben. Für den Border-Terrier gibt es keine Bestimmungen zu bestimmten Untersuchungen.

Persönlich war und ist es uns immer wichtig gewesen, dass unser Zuchthund gesund und vital ist sowie einen guten Charakter hat. Jackie ist eine sehr vitale und aktive Hündin, die gerne spielt, sehr zum Ärger unserer Hovawart-Hündin schnell rennen kann und sehr wendig ist, den Tierarzt kennt sie nur vom Impfen. Sie ist freundlich zu Menschen, verträglich mit anderen Hunden und absolut unbefangen. Wir wünschen uns sehr, dass unsere Welpen sich auch so entwickeln. Dazu müssen natürlich auch die neuen Besitzer viel beitragen, was wir tun können, ist, ihnen jetzt eine gute Prägungsphase zu bieten, sie gut zu ernähren und natürlich die nötigen Gesundheitsmaßnahmen wie Impfungen und Entwurmungen vorzunehmen.

Noch einmal kurz zu unseren Kleinen. Während ich schreibe, hat Damsel es geschafft, auf einen Schuhkarton zu klettern, den wir in den Auslauf gelegt haben. Die beiden dicken Brüder untersuchen währenddessen eine Höhle und marschieren um die Wurfkiste. Und jetzt hat gerade einer ein Häufchen gemacht, weswegen ich jetzt Schluß machen muss.

 

 

09.07.2016 Unsere Welpen sind jetzt 5 Wochen alt und haben sich in der letzten Woche sehr entwickelt. Sie können schon rennen, springen und klettern und tun dies auch ausgiebig. Seitdem sie am letzten Donnerstag das erste Mal in den Außenauslauf konnten (vorher hätten sie Schwimmflossen haben müssen), können sie diese Fähigkeiten noch mehr trainieren. Sie tragen stolz ihre Spielzeuge herum, knabbern schon ein wenig an Kaustangen (am liebsten mit Mama Jackie) und kämpfen wie alle Welpen in diesem Alter ausgiebig miteinander. So üben sie spielerisch viele Fähigkeiten ein, die der erwachsene Hund später im "Ernstfall" können muss. Besonders interessant ist zu sehen, wie Jackie ihre Kinder beobachtet, sie durchaus miteinander kämpfen lässt, aber sofort dazwischen geht, wenn es einer von ihnen zu toll treibt. Sie dreht denjenigen dann meistens einmal auf den Rücken und schon ist wieder Ruhe. Die Welpen lernen so, dass sie "aggressives Verhalten" nicht übertreiben dürfen und aufhören müssen, wenn der "Gegner" schreit. Solange man so klein ist, kann man sich gegenseitig nicht ernsthaft verletzen und lernt, dass man auch Ärger bekommt, wenn man anderen weh tut. Leider haben wir Menschen ganz vergessen, dass kleine Kinder dies ebenfalls früh lernen müssen, damit sie später soziales Verhalten können und nicht weitermachen, wenn der Andere schon am Boden liegt. Stattdessen unterbinden wir kindliche Aggression sofort und wundern uns dann, dass pubertierende Jugendliche nicht in der Lage sind, sich in ihrer Wut zu hemmen.

Zurück zu unseren Welpen: Schön ist zu sehen, wie Callas für sie interessant wird. Sie suchen aktiv den Kontakt, Dauntless war heute etwas größenwahnsinnig und meinte, dass er sie anknurren und bellen sollte. Der Beller zurück hat ihn dann aber überzeugt, dass das wohl doch eine Nummer zu groß ist.

Auch im Garten außerhalb des Auslaufs sind die Drei sehr aktiv, sie untersuchen heute den Rasenmäher, beißen in die verschiedenen Pflanzen im Garten (man hat alle Hände voll zu tun, um ihnen das Grün wieder abzunehmen) und jagen sich auf dem Rasen. Die Pflanzen haben es den Welpen ohnehin angetan, Dauntless hatte heute Nachmittag einen regelrechten Rauschzustand, weil er immer wieder in die Blumen sprang und sich regelrecht durch den Dschungel kämpfte. Jetzt träumt er sehr intensiv, wie mein Sohn als Neurologe vor kurzem bemerkte, "jetzt werden wieder neuronale Netze verstärkt".

Jackie animiert ihre Kinder zum Spielen, indem sie ein Spielzeug holt und selbst damit so herumtobt, dass sie es sehen. Auch fängt sie an, mit ihnen direkt zu spielen, sie legt sich auf den Rasen und lässt die Welpen auf sich herumklettern.

Die künftigen Besitzer wird es freuen, inzwischen verlassen sie ihre Wurfkiste, um sich zu lösen, draußen gehen sie meistens auf den Rasen (klappt noch nicht immer).

Was gibt es noch zu berichten? Unsere Welpen, die anfangs relativ dunkel aussahen, werden von Tag zu Tag heller, die helleren Haarzonen werden immer länger. Man sieht jetzt, dass alle ganz dunkle Augen haben, Damsel Heart hat schon einen dunklen Bauch (vielleicht hat sie sich gesonnt ;))). Alle drei haben so entzückende Gesichter, wenn sie einen anschauen, geht sowohl meinem Mann als auch mir das Herz auf. Sie lieben es so sehr, auf den Schoß zu kommen, an meinen Fingern zu knabbern und gestreichelt zu werden. Diese kleinen Charmeure später zu erziehen, wird vermutlich gar nicht so leicht sein. Übrigens - Erziehung, wenn man sie ruft, z.B. "Kinder, Kinder" kommen sie sofort angedüst, das kennen sie schon. Sie schon mit "hier" zu rufen, käme mir aber doch etwas merkwürdig vor.

Spannend ist es also allemal, sowohl für die Welpen als auch für uns, man kann sich kaum von ihnen losreißen, selbst wenn sie schlafen.

19.07.2016 Die Welpen halten uns ganz schön auf Trab, so dass ich nicht einmal mehr zum Schreiben komme. Abends nach der Arbeit gehört die volle Aufmerksamkeit den Kleinen, die sich riesig freuen, wenn ich sie begrüße. Sie kommen sofort angelaufen und wollen gestreichelt und auf den Arm genommen werden. Inzwischen versuchen sie sogar schon, an uns hoch zu springen oder zu klettern. 

Mein Mann, der den ganzen Tag zuhause ist, hat viel zu tun mit Häufchen und Pfützen entfernen, Decken wechseln, Füttern und kleine Ausflüge in den erweiterten Garten unternehmen. Gestern hat er ihnen Sand geholt, damit sie auch ein bisschen graben können. So ein Sandhaufen ist für Hunde oft ein großer Reiz, man kann hochklettern, fühlt sich natürlich entsprechend groß, wenn man oben ist und kann sich von dort viel besser auf die Geschwister stürzen. Man kann sich darin wälzen, eben graben und vieles mehr, ich denke, unsere Welpen werden heute viel Spaß damit haben, vermutlich bekomme ich es noch mit, da sie tagsüber bei der augenblicklichen Hitze doch gerne im Schatten schlafen. Gestern haben sie abends noch einmal richtig aufgedreht, um 23:00 Uhr war sie noch total aktiv. 

Das Wochenende war für uns alle gut gefüllt mit Aktivitäten und Besuchen. Samstag durften die Kleinen das erste Mal mit Callas in den Garten, kritisch beäugt von Jackie. Die Welpen hatten riesigen Spaß damit, um Callas herum zu flitzen, in ihre Pfoten zu zwacken oder an ihr hoch zu springen. Callas war sehr freundlich, aber auch etwas überfordert mit den kleinen Wuseln, sie ist halt doch schon recht alt.

Hingelegt hat sie sich jedenfalls lieber nicht, sie wäre sicher gerne mit ihnen durch die Blumenbeete gelaufen, was angesichts des Größenunterschiedes aber nicht wirklich geht. Man sieht aber, dass die Babys überhaupt keine Angst vor ihr haben und die Größe ihnen nichts ausmacht. Ohnehin sind sie ziemlich unerschrocken und neugierig, haben vor nichts Respekt. Alleine kann man die Drei kaum beaufsichtigen, weil jeder seiner Wege geht und unter den Büschen verschwindet. Gott sei Dank kommen sie auf Rufen immer noch sehr zuverlässig.

Sonntag war wieder Besuchstag, zunächst kamen die Züchter von Jackie aus Holland, dann die zukünftige Familie von Dreadnought und einer unserer Söhne und seine Frau am Nachmittag. Wie nicht anders zu erwarten, schlief Dreadnought fest und tief, als seine Familie kam. Manchmal denke ich, Welpen haben einen siebten Sinn dafür, wenn "ihre zukünftigen Menschen" kommen und verhalten sich dann besonders wenig zugewandt. Schon bei meinen Hovawart-Würfen habe ich öfter die Erfahrung gemacht, dass die ganze Truppe verschwunden war, wenn Welpen-Interessenten kamen, obwohl andere Besucher begeistert begrüßt wurden - nach dem Motto, die wollen uns mitnehmen, bringt euch in Sicherheit. Oder alle schlafen tief und fest, sind sozusagen nicht weckbar. Kaum ist der Besuch weg, sind sie putzmunter. Wenn es vielleicht für den zukünftigen Hundebesitzer frustrierend ist, es ist eine wichtige Erfahrung - nämlich die, dass der kleine Hund eben nicht auf Abruf zur Verfügung steht und man respektieren muss, dass er schläft. Das muss man später zuhause schließlich auch. 

Außerdem hat man als Züchter dann Zeit, noch einmal über Fragen zum Welpen zu sprechen, so dass die Zeit ja so sinnvoll zu nutzen ist. Ans und Marc Schellekens waren als langjährige Border-Terrier-Züchter sehr kompetente Ansprechpartner dafür.

Sonntag nachmittag hatte ich den Eindruck, dass Dauntless leichte Verdauungsstörungen hatte, sein Stuhlgang war sehr breiig. Welpen können sich sehr schnell etwas einfangen, da sie ja nur Abwehrstoffe über die Mutter haben und ihr Immunsystem noch wenig ausgereift ist. Das schwül-warme, feuchte Wetter der Tage zuvor war sicherlich ebenfalls ein Eldorado für Viren und Bakterien. Jedenfalls machte ich mir Sorgen und da es in einem solchen Fall wenig Sinn macht zu warten, bis der Welpe richtig krank ist, haben wir unseren Tierarzt angerufen, der auch an Wochenenden immer einen Notdienst hat. Ans, die Züchterin von Jackie, nahm Dauntless in ein Handtuch gewickelt auf den Schoß, so trat er seine erste Autofahrt an. Ich muss sagen, er hat es super gemacht, war ganz entspannt und ruhig. Auch beim Tierarzt war er ganz lässig, spielte auf dem Untersuchungstisch und untersuchte alles. Unser sehr netter Tierarzt Dr. Höptner aus Mülheim (ich mache hier ausdrücklich Werbung für ihn) hat ihn sehr liebevoll und gründlich untersucht, Gott sei Dank war alles gut und Dauntless wurde für nicht akut krank befunden. Mit einer Tüte gut riechender hömopathischer Tabletten und Pulver für den Fall, dass doch noch Durchfall auftritt, sind wir wieder nach Hause gefahren. 

Dort hat Dauntless nach diesem Abenteuer erst einmal zwei Stunden auf meinem Arm geschlafen, danach war er putzmunter und hat erst einmal seine Geschwister "verhauen". Gemeinsam haben sie dann ein Stückchen von den Tabletten für die Unterstützung der Darmflora bekommen, Probleme hatte aber keine mehr, sie machen seitdem wieder alle gut geformte Häufchen - davon aber ganz schön viele.

Also, es war ein sehr aufregendes Wochenende und Dauntless hat nun seinen Geschwistern etwas voraus, er kann schon Autofahren. 

Bald steht es ihnen allen bevor, ich denke aber, sie werden es alle unproblematisch finden. Sie sind jetzt schon richtige kleine Hunde, schnell auf den Beinen, können rennen, springen und klettern. Sie haben alle vollständige Milchgebisse mit sehr scharfen kleinen Zähnen, die sie eifrig einsetzen. Bei den beiden Rüden meinten sowohl Ans als auch ich beide Hoden fühlen zu können. Ihre langen dunklen Welpen-Haare beginnen schon auszufallen, darunter kommt ein schön gefärbtes Grizzle zum Vorschein. Allerdings haben die Welpen es nicht gerne, wenn man die langen Haare auszupft, Dauntless hat mich gestern schon angemeckert, als ich ihn frisieren wollte. 

 

 


25.07.2016

Es waren wieder aufregende volle Tage, so dass ich gar nicht dazu gekommen bin, hier etwas aufzuschreiben. Nach dem Wochenende hatten unsere Welpen Montag "Ruhetag", was sie nicht davon abhielt, ihre Spielstunden einzufordern. Dienstag kamen unsere langjährigen Freunde aus Gültstein mit ihrer Hovawart-Hündin Jule. Jackie, Callas und Jule kennen sich schon von mehreren Treffen, so dass die drei Hunde gut miteinander auskommen. Jackie passte zwar genau auf, dass Jule - die sich eigentlich wenig dafür interessierte - ja nicht zu dicht an die Welpen kam, aber dass durfte sie ja auch. Jackie ist hier immer sehr höflich, schon bei Callas drängte sie diese mit ihrem Körper einfach von den Welpen weg.

Trotzdem waren die Welpen sehr interessiert an dem neuen Hund und suchten eifrig Kontakt. Aber auch unsere Freunde waren begehrte Spielobjekte, insbesondere - wie sollte es anders sein - die Sandalen erfreuten sich großer Beliebtheit. Vor allem Dauntless, der in Zukunft Happy genannt wird und darauf schon etwas hört, betrachtet Sandalen als etwas, das unbedingt ausgeweidet werden muss.

Gott sei Dank sind seine zukünftigen Besitzer hier sehr verständnisvoll, zumal sie schon einen Airedale-Terrier haben, von dem Dauntless bestimmt noch lernen kann.

Am Freitag abend, nachdem wir mit unseren Hunden wieder alleine waren, durfte dann Callas in den Welpenauslauf. Es war so ein schöner ruhiger Abend, der dann durch den Amoklauf in München jäh zu Ende war. Auch wenn die Welpen im Augenblick unseren Alltag sehr bestimmen, haben die Geschehnisse in der Welt uns in den letzten Wochen oft sehr traurig und besorgt gemacht, die Gedanken an all' das Leid, das Menschen anderen Menschen antun, sind nur schwer auszuhalten.

Gerade deswegen empfinden wir aber gerade die ruhigen entspannten Momente mit unseren Hunden als so ein großes Glück, es ist schön zu sehen, wie die beiden großen Hunde mit den Welpen umgehen, wie großzügig sie ihnen gegenüber sind, dass sie sie aber auch erziehen und ihnen Grenzen setzen. So kämpfen die Kleinen oft sehr wild miteinander, Jackie geht aber sofort hin und unterbricht diese Kämpfe, wenn es einer übertreibt. Callas ist eher die ruhige Tante, vor der die Welpen durchaus Respekt haben, auf der sie aber trotzdem ohne Scheu herumklettern. So frech wie mit Jackie sind sie allerdings mit Callas nicht, in die Pfoten oder in den Schwanz beißen würden sie sich wohl besser nicht wagen. Dabei war Callas mit Jackie sehr lieb, als diese klein war. Mit ihren scharfen Milchzähnen hatte sie Callas den ganzen Hals zerkratzt, ohne dass unsere Große auch nur einen Piep sagte und schon gar nicht böse mit ihr wurde.

Samstag bekam Dauntless noch einmal Besuch von seiner Familie, er ist jetzt schon stolzer Besitzer einer eigenen Transportbox und eines eigenen Teddys. Wenn da mal die anderen Beiden nicht neidisch werden, jedenfalls haben sie gestern morgen schon einmal fachmännisch Teile von der Box abmontiert (Dauntless allen voran). (Keine Sorge, alles wurde sichergestellt) Sie haben soviel Spaß in den beiden Transportboxen, kämpfen darin, müssen sich unbedingt dazwischen durchkämpfen, jagen sich um sie herum.

Am Samstag abend hatte ich mir doch kurzfristig Hoffnungen gemacht, doch noch einen Welpen aus dem Wurf behalten zu dürfen, da die Familie, zu der Dreadnought gehen sollte, absagte. Aber schon am Sonntag war der Traum ausgeträumt, Dreadnought hat es bei seinen zukünftigen Besitzern sicher besser als bei mir, da diese wirklich richtig Zeit für ihn haben. Und tolle Sandalen hatten sie auch noch!!! Mit Klettverschluß, die sind bei den Welpen besonders beliebt, weil sie so schöne Geräusche machen.

Schön ist zu wissen, dass alle Drei zu Menschen kommen, die schon Hundeerfahrung haben und Lust daran haben, mit ihrem kleinen Border-Terrier etwas zu unternehmen.

Das Highlight kam dann gestern nachmittag, Besuch vom Papa Joep. Die Kleinen waren doch sehr ehrfürchtig, auch wenn Papa nur Augen für Jackie hatte. Es war sehr schön zu sehen, wie die beiden Eltern miteinander harmonierten und Jackie die Aufmerksamkeit von Joep genoß. Die Fotos von den Eltern mit Kindern zeigen glaube ich gut, was Joep von Babys hält. Er ist schon ein toller Kerl.

Abends musste es dann leider noch die letzte Wurmkur geben, was die Welpen schrecklich finden und mit Leckerchen versüsst werden muss. Ansonsten sind sie aber sehr lieb, wenn es um Pflegemaßnahmen geht. Beim leidigen Krallenschneiden halten sie so schön still, auch die Zähne lassen sie gut angucken.

Morgen kommt der Tierarzt fürs Impfen und Chippen. Danach bleiben aber alle noch bis in den August bei uns, was wir sehr schön finden.

 

 

30.07.2016

Unsere Welpen sind jetzt 8 Wochen alt, in wenigen Tagen werden sie unser Haus verlassen und in die große weite Welt hinaus gehen. Allein beim Schreiben dieser Worte werde ich schon ganz traurig, am liebsten würde ich sie alle behalten, aber gegenüber den Welpen wäre dies absolut unfair. Man merkt ihnen deutlich an, dass sie jetzt ihren Menschen brauchen, abends, wenn ich aus der Praxis komme, ist immer ein großes Hallo nicht nur von den erwachsenen Hunden, sondern auch von den Welpen. Ich muss mich dann zu ihnen setzen und sie wollen alle auf meinen Schoß, drängeln und schubsen sich gegenseitig, damit sie ganz viele Streicheleinheiten bekommen. Da ist es doch schöner, wenn sie nicht ständig mit zwei Anderen konkurrieren müssen, sondern die ganze Aufmerksamkeit für sich bekommen.

Die Kleinen sind gerade in der letzten Woche noch einmal sehr gewachsen, sie haben richtig lange Beine bekommen und möchten diese auch benutzen. Sie rennen leidenschaftlich gern und bekommen schon richtige "Laufanfälle", wie wir sie von Jackie kennen. Sie springen, klettern und jagen sich, graben gerne Löcher und müssen alles untersuchen. Mein Mann hat in der letzten Woche immer wieder mit einzelnen Welpen kleine Erkundungsgänge gemacht, zum Beispiel in den Keller oder andere Räume im Haus, die die Welpen nicht kennen. Jetzt, wo sie geimpft sind und langsam einen Impfschutz aufbauen, werden wir mit ihnen auch außerhalb unseres Hauses Ausflüge unternehmen.

Dazu haben wir schon in der letzten Woche angefangen, sie an Halsbänder zu gewöhnen. Es war anfangs sehr lustig, man glaubt gar nicht, wie kleine Hunde sich anstellen können. So ein leichtes Halsband muss einen unglaublichen Juckreiz auslösen, jedenfalls lief man nur noch auf drei Beinen, musste sich ständig kratzen, warf sich dazu auf den Boden, um gleich wieder aufzuspringen und wie ein Pferd zu bocken und herumzuspringen. Vielleicht haben sie gedacht, sie hätten eine Schlange um den Hals gelegt bekommen. Metaphorisch gesehen könnte man es jetzt daran denken, dass das Halsband ja auch ein Symbol dafür ist, dass jetzt die Kindheit vorbei ist und nun bald Erziehung und Diziplinierung wartet - insofern kann man die Empörung der Welpen schon verstehen. Nur würde ihnen dies jetzt in einem Rudel von Hunden auch bevorstehen, sie müssten sich ebenfalls den Regel der alten Hunde unterwerfen und lernen, sich anzupassen und zu gehorchen. Aber schön ist das sicherlich nicht.

Das Impfen und Chippen dagegen war für die Welpen überhaupt nicht schlimm, sie haben kaum einen Mucks gemacht. Dabei sollte man doch meinen, dass das Einsetzen eines Transponders schlimmer ist als ein Halsband. Die Impfung haben sie auch gut verkraftet, abends waren sie zwar etwas müder als sonst, aber am nächsten Morgen war davon nichts mehr zu bemerken.

Sowohl der Tierarzt als auch Frau Blänckner, unsere Zuchtwartin, waren sehr zufrieden mit den Welpen. Alle haben ein komplettes Scherengebiß (natürlich erst einmal nur mit Milchzähnen), die Ruten sind in Ordnung, bei den beiden Rüden sind die Hoden fühlbar abgestiegen. Auch das Erscheinungsbild der Welpen wurde als im Augenblick sehr schön beurteilt, sie sind in einem sehr guten Ernährungszustand und zeigen ein offenes, auf Menschen geprägtes Verhalten. Was kann man sich also als Züchter mehr wünschen. Ich bin ja am meisten begeistert von den schönen dunklen Augen der Welpen, sie können einfach hinreißend gucken.

Jackie hat ihre Kinder inzwischen weitgehend entwöhnt, nur morgens bekommen sie noch etwas Muttermilch, darauf legen sie aber großen Wert. Jackie spielt viel mit ihnen und erzieht sie weiterhin, insbesondere wenn die Welpen das Kämpfen miteinander übertreiben, greift sie ein.

Morgen werden wir mit den Welpen und Jackie einen kleinen Ausflug machen, damit sie langsam die Welt außerhalb ihres Wurfumfeldes kennenlernen. Ich bin gespannt, hoffentlich komme ich zum Fotografieren.

 

05.08.2016

Mit dem Fotos vom Ausflug hat es ja nicht so geklappt wie gedacht, aber ansonsten war es ein sehr gelungenes Unternehmen. Ich war total begeistert von den Kleinen, wie gelassen sie im Auto waren, sie haben ganz entspannt auf dem Rücksitz gelegen und zeitweise aus dem Fenster geschaut. Auch das Gehen an der Leine klappte viel besser als gedacht. Alle sausten hinter Mama her, so dass wir nur mitlaufen mussten. Da es doch etwas weit zu dem von uns gedachten Platz war, haben wir sie eine Zeit getragen, was sie aber im Grunde gar nicht gut fanden. Unterwegs konnten wir noch Pferde beobachten, die auf die Weide getrieben wurden, man fragt sich, was in den Köpfen der Kleine wohl vorgehen mag, wenn sie plötzlich andere Tiere sehen. Sie saßen jedenfalls ganz gespannt da. Dass sie Tiere erkennen, merkt man auch an ihrem Verhalten bei den wenigen Gelegenheiten, an denen wir abends einmal Fernsehen gesehen haben. Wenn ein Tier gut sichtbar auftauchte, saßen die Welpen aufmerksam da und schauten auf den Bildschirm, der sie sonst nicht die Bohne interessierte.

Im Wald waren die Kleinen wirklich toll, sie haben so einen Spaß gehabt. Wie üblich war Dauntless der erste im Wasser, er hat hier eine echte Affinität. Aber auch die anderen Beiden waren keineswegs wasserscheu und haben den Bach gründlich erkundet. Außerhalb des Wassers konnten sie sich toll jagen und rennen, wir waren sehr erstaunt, wie lange sie durchgehalten haben.

Auf dem Rückweg hatte aber keiner mehr etwas dagegen, getragen zu werden, sie sind auf unserem Arm eingeschlafen, den Rest des Tages waren sie ausnahmsweise relativ ruhig und müde. Solche Ausflüge kann man allerdings wirklich nur machen, wenn man mindestens zu zweit ist, weil die Welpen doch schon sehr selbständig explorieren und in alle Richtungen auseinanderrennen.

Dies ist auch in unserem Garten so, alleine schafft man es kaum, auf sie aufzupassen. Es kann ihnen eigentlich nichts passieren außer dass sie wieder einmal ins Wasser fallen. Der Teich hat für sie aber eine magische Anziehungskraft. Aus den beiden kleinen Teichen müssen sie unbedingt trinken, dass klappt sehr gut, sie sind hier wirklich sehr geschickt und vorsichtig. Aber der große Teich ist ja viel spannender, sie brauchen im Grunde jeder einen Bodyguard. Dauntless hat es dann letztlich gestern abend doch geschafft hineinzuspringen, weil wir die beiden Geschwister gerade daran hindern mussten. Er schwimmt wirklich sehr gut und unaufgeregt, nur sind die Teichränder steil, er käme ohne Hilfe nur schwer wieder hinaus. So wurde er mal wieder gerettet und trocken geruppelt. Er war danach fast noch besserer Laune als vorher. Eins weiß ich aber genau, sollten wir noch einmal einen Wurf haben, wird der Zaun eingezäunt, meine Nerven machen das auf Dauer nicht mit.

Am Dienstag waren Ans, Marc und Marloes bei uns, um ihre "Enkelkinder" noch einmal zu sehen. Dauntless hatte schon ein Angebot, mit nach Holland zu reisen, aber er wollte doch lieber zu seiner Familie nach Bocholt. Gestern abend haben wir dann Familienabschied von unseren Welpen genommen, unsere Kinder waren da, um alle gemeinsam noch einmal zu erleben. Es war ein sehr schöner Abend, alle saßen auf dem Fussboden und spielten mit den Kleinen, die es sehr genossen. Ein bißchen Wehmut kam natürlich auch auf, denn gerne hätte mein ältester Sohn einen der Welpen zu sich genommen, aber seine Zeit lässt es leider nicht zu.

Es gibt jeden Tag etwas Neues, was die Welpen können, insbesondere ihre motorischen Fähigkeiten werden im Eiltempo besser, sie können z.B. schon relativ mühelos Treppen steigen (was sie eigentlich noch nicht sollten, aber trotzdem taten, als sie dazu Gelegenheit hatten). Auch unsere Küche lieben sie sehr, insbesondere robben sie gerne unter die Schränke. Sie sind unglaublich neugierig und pfiffig, vor allem wenn es darum geht, etwas auseinander zu nehmen. Gestern habe ich einen kleinen Verhaltenstest mit ihnen gemacht, ich habe ohne dass sie es gesehen haben eine große Plastikgans in ihren Auslauf gestellt und dann beobachtet, wie sie sich verhalten. Es war interessant zu sehen, wie sie erst einmal stutzten, als sie die Gans wahrnahmen und sich dann anpirschten, um Kontakt aufzunehmen. Danach war das Teil eigentlich nur noch  Spielzeug, an dem sie herumknabbern wollten.

Situationen, in denen junge Hunde mit Neuem konfrontiert werden, gibt es ja täglich. Gerade wenn unsere Rocker jetzt in ihren neuen Familien gehen, müssen sie viel Neues lernen. Sie dürfen dabei auch durchaus erst einmal unsicher sein und sich nicht sofort trauen, wichtig ist aber, dass die Neugierde über die Angst siegt und sie den Mut finden, sich anzunähern und die Situation zu bewältigen. Als Mensch muss man ihnen sicher ab und zu helfen, wichtig ist dabei, ruhig und gelassen zu bleiben, dem Hund Zeit zu lassen und vor allem nicht mit hoher Stimme ihn beruhigen zu wollen. Letzteres unterstützt eher die Angst des Hundes. Viel besser ist es, wenn der Hund es alleine schafft, dann darf man ihn loben und belohnen. Helfen kann man ihm notfalls, in dem man selbst hingeht und sich mit dem Teil beschäftigt, dann traut sich der Hund meistens auch. Sollte dies nicht möglich sein, ist es manchmal besser, einfach weiter zu gehen und die Hund mit etwas abzulenken.

Heute habe ich den Hunden noch einmal ein Zelt in den Auslauf gestellt, in dem sie herumtoben können, außerdem bleiben dann die Spielsachen etwas trockener. Sie haben einen Riesenspaß damit, darin herumzurennen und zu toben. Sie brauchen ständig Anregungen, um sich weiter zu entwickeln, außerdem können sie ganz schön meckern, wenn sie sich langweilen.

Sonntag wird Damsel Heart nach München fliegen, Montag reist Dauntless nach Bocholt und am nächsten Freitag wird Dreadnought nach Aachen umziehen. Dann ist unser Haus erst einmal ziemlich leer.

 

09.08.2016 Jetzt sind die ersten beiden Welpen weg und ich fühle mich wie eine Mutter, deren Kinder das erste Mal alleine auf Klassenfahrt sind. Ich denke dauernd an sie, wie es ihnen wohl geht, ob sie gut geschlafen haben, na ja Taschentücher und frische Wäsche brauchen Welpen ja nicht. Gut, dass Hunde keine Handys haben, sonst würde ich ihnen vermutlich immer eine SMS schreiben und nachfragen, ob alles okay ist. Dabei weiß ich ja, dass es Damsel und Dauntless gut geht, aber so sind Mütter nun einmal.

Der kleine Dreadnought ist derweil allein (mit Mama) zuhause, was er aber auch anscheinend nicht so schlimm findet. Alleine morgens alle Zitzen von Jackie für sich allein zu haben ist für ihn klasse. Er genießt es sehr, durchs Wohnzimmer zu tollen und hat sich gestern Abend in Ermangelung von Geschwistern einen heftigen Kampf mit Callas Liegematte geliefert. Jackie und er spielen sehr schön und entspannt miteinander - er könnte eigentlich bleiben. Callas findet ihn ebenfalls in Ordnung, also was will man mehr. Nächstes Jahr werden wir jedenfalls - sofern Jackie wieder Welpen bekommt und eine Hündin dabei ist - einen kleinen Border-Terrier behalten. Und Dreadnought-Jamie wird ab Freitag sein neues Zuhause und sein neues Menschenrudel bestimmt genießen, da hat er alle Aufmerksamkeit für sich allein.

Damsel Heart ist am Sonntag morgen nach München geflogen, als Welpe durfte sie ja mit in die Kabine und verbrachte die kurze Reise auf dem Schoß von Lilly, sie wurde sogar als jüngster Passagier von der Crew begrüßt. Wenn das nicht einer Prinzessin würdig ist. In ihrem neuen Zuhause wurde ihr auf jeden Fall ein angemessener Empfang bereitet, jetzt muss sie nur noch die Katzen überzeugen, dass sie auch etwas zu sagen hat. 

Dauntless-Happy ist gestern morgen von seiner ganzen Familie abgeholt worden und nach Bocholt gefahren, er lebt jetzt mit Airedale-Terrier Indy zusammen. Auch er wird sicher viel Spaß haben, insbesondere mit Lynn, die sich schon sehr viel mit ihm beschäftigt hat und gut vorbereitet auf das neue Familienmitglied ist. So ist sie schon eine ganze Weile um 6 Uhr aufgestanden, um die Mutter auf dem Gang mit Indy zu begleiten und schon einmal zu üben, wie es ist, wenn sie mit Happy morgens mitgeht. Indy wird ihm bestimmt viel beibringen und für Happy ist es sicher schön, so einen großen Freund an seiner Seite zu haben.